(coole Zeit fällt mir gerade auf)
Heute sind mir mal wieder jede Menge Werbeblätter entgegen gekommen als ich meinen Briefkasten öffnete. Manchmal frage ich mich wie viel Geld die Unternehmen für solche Art von Werbung rausschmeißen, wenn man bedenkt das die meisten dieser Zettel sofort im Papierkorb oder als billiges Verpackungsmaterial enden. Aber egal, im Moment sind sie mir alle mal lieber als jeder Brief der auch nur annähernd eine Rechnung enthalten könnte. Und genau das brachte mich zum nachdenken.
Ich blätterte in den Prospekten der Ortsansässigen Lebensmitteldiscountern und mir viel das erste mal auf das es sich zu 50% gar nicht um Lebensmittel handelt, sondern einzig und allein um (meistens wöchentlich auf ein Thema abgestimmte) Accessoires. Sei es alles für den Garten, alles für ein schöneres Bad oder was weiß ich noch. Meistens recht günstig wenn man es mit anderen angeboten im Fachhandel vergleicht.
Nun jammern die Leute (und ich zähle mich eindeutig dazu) immer umher das sie zu wenig Geld hätten, was ich auch zum größten Teil nachvollziehen kann, wenn man mal bedenkt das selbst ein normal arbeitender Zeitgenosse am Monatsende traurig feststellen muss, dass über die hälfte seines Gehaltes für den Lebensunterhalt, hier noch nicht die Lebensmittel eingerechnet, drauf gegangen ist. Lassen wir mal die etwas besser verdienenden aus dem Spiel, es sein ihnen gegönnt und jeder wäre froh wenn es einem selbst mal so gehe. Ich möchte auch mal loswerden das wir neben dem rumjammern auch viel zu neidisch, denn wenn man es genau betrachtet würden wir es unserem besten Freund nicht gönnen das er mehr hat als wir selber. Aber dazu vielleicht später noch mal, zurück zum Thema.
Es bleiben uns also ca. 40%, es können auch nur 30% sein wenn man noch Kinder hat (ich will mich da nicht festlegen) unseres Geldes, wo auch immer wir es her beziehen, um uns Lebensmittel und alltägliche Dinge zu kaufen. Gut wer sparsam ist geht in die billigen Discounter und wird trotzdem schnell feststellen das es vorne und hinten nicht reicht. Und nun kommt es: Wie kann es denn aber sein das wir, die so wenig Geld haben, dann in den Discounter gehen und neben den Lebensmitteln noch eine Vase, eine neue Kuscheldecke, ein neues Regal usw. mit in den Korb packen. Wir wissen doch ganz genau das uns das Geld am ende des Monats fehlt, aber wir tun es einfach. Ist das die Strategie? Sind wir Menschen so leicht zu beeinflussen, so leicht zu durchschauen? Brauchen wir genau diese Sachen um unseren inneren Glauben nicht zu verlieren das es uns doch noch irgendwie gut geht. Ist das der Honig für unsere Seele, der das Leben etwas angenehmer macht?
Uns geht es so schlecht, das Geld reicht kaum bis zum Monatsende, aber wir haben einen DVD-Player zu Hause, auch wenn er gerade für 30 Euro im Angebot war, wir haben einen Geschirrspüler, weil er das Leben leichter macht, wir haben einen großen Fernseher, weil der kleine ins Kinderzimmer musste? Was ist das für eine verdrehte Welt?
Wie gesagt ich nehme mich da nicht aus, ich hab sogar einen Trockner, weil ich die weiche Wäsche so mag, auch wenn ich weiß dass mich das wieder extra Strom kostet. Aber kann ich mich beschweren wo es mir doch eigentlich so gut geht, jeder der meine Wohnung betritt sie super schön findet und toll eingerichtet, man aber nicht sieht das ich nicht weiß wie ich die nächste Miete bezahlen soll. Machen wir das alles um den Schein zu wahren? Um anderen und uns selber am meisten das Gefühl zu vermitteln das alles super ist so dreckig es uns auch geht.
Andererseits habe ich mir so gedacht ist es doch auch wieder gut wenn wir unser eigentlich nicht vorhandenes Geld ausgeben, das soll doch die wirtschaft beleben. Nur genau da ist doch der Harken an der Sache. Wenn man bedenkt dass in einer kleinen Stadt mit 20% Arbeitslosigkeit ca. 80% der Einwohner im Monat bei einem Homeshoppingsender Bestellungen aufgeben (ha auch ich hab meine Quellen
) dann frag ich mich ernsthaft wo es den Leuten dann schlecht geht…. Mal von Katalogbestellungen und sonstigem abgesehen.
Und das schlimmste an der Sache ist das das Geld einfach aus der kleinen Stadt verschwindet. Ich meine wenn dieses Geld im Ort umgesetzt werden würde, wenn die Leute dieses Geld in die ortsansässigen Läden tragen würden, dann würde sich der Kreislauf doch schließen. Die Läden hätten mehr Umsatz, müssten mehr Personal einstellen, die dann wieder Geld verdienen was dann wieder in anderen Läden des Ortes landen würde. Ist das zu einfach um realisierbar zu sein oder wollen die Menschen nicht zeigen dass sie doch noch etwas haben und gehen deswegen die anderen Wege um ihr Geld unter die Leute zu bringen.
Es muss doch Geld da sein, wenn man die Umsätze der Homeshoppingsender und Katalogvertreiber so betrachtet. Und es ist das einfache Völkchen was seine schwer verdiente oder sozial zustehende Kohle dahin trägt.
Was ist nur los mit unserer Stadt??? Mal ganz von dem Theater da oben bei der Regierung. Ehrlich ich kann es nicht mehr hören und sehen, da streiten die sich nun seit Tagen wer den nun Kanzler wird und wer nicht. Sind wir im Kindergarten? Die sollen ihre Ä…… bewegen und was tun. Worum geht es da im Moment? Sie wollen dass es Deutschland besser geht? Ja warum machen sie denn nichts, ist es das was eine Frau Merkel und ein Herr Schröder den Leuten als „Vorbilder“ rüberbringen wollen, rückt nicht von eurer Meinung ab, egal wie es dem Rest geht Hauptsache hier kriegt was ihr bekommt. Wie war der Begriff: Ellenbogengesellschaft, ja klasse das haben sie verstanden… Kein wunder das kein Mensch sich mehr für die Politik interessiert, kommt ja eh nix bei rum.
Aber ich bin wieder abgeschweift, war ja auch fast am ende denke ich für heute. Mein Fazit für heute war jedenfalls, dass ich mich bemühen werde mein Geld, wenn ich dann mal etwas mehr haben sollte, hier in meinem Ort auszugeben um so zumindest ein bisschen das Gefühl zu haben doch etwas gutes zu tun, wenn auch nur den berühmten Tropfen auf den heißen Stein.

